| Test und Vergleich der aktuellen kompakten GPS-Digitalkameras |
| Dienstag, 04. Mai 2010 um 00:00 | ||||||||
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Seit diesem Frühjahr ist es endlich so weit. Mehrere Hersteller haben digitale Kompaktkameras mit integriertem GPS-Empfang auf den Markt gebracht. Dabei werden teils sehr verschieden Konzepte verfolgt. Wir nutzen unsere seit 2006 gesammelten Foto-GPS-Erfahrungen um die Geotagging-Eigenschaften zu vergleichen. Denn hier kennen wir uns aus! Einen objektiven Test der fotografischen Leistung wollen wir hier gar nicht erbringen. Das können andere besser. Hinzu kommt, dass die meisten Kandidaten fotografisch so nahe beieinander liegen, dass diese aus unserer Sicht, für den durchschnittlichen Urlaubsfotografen kaum noch eine Rolle spielt. Aber auch für den Foto-Enthusiasten kann eine "Schnappschuss-Kamera" mit integriertem Geotagging eine tolle "Immer-Dabei-Lösung" darstellen, und sei es in der Tasche des weniger fotobegeisterten Partners. Doch nun zum Test der kompakten GPS-Kameras für Freizeit-FotografenKompakte, geotagging-fähige Digitalkameras mit eingebautem GPS sind dieses Frühjahr hoch im Kurs. Wir vergleichen für Sie die schon etwas betagte Nikon P6000 (2008) mit den Neuen aus 2010: a) Nikon P6000 - Der GPS-Pionier a) Nikon P6000 - Der GPS-Pionier
b) Samsung WB650 - Eine Reisekamera mit Landkarte
c) Samsung ST1000: GPS, Bluetooth und WLAN
Die Anzeige des GPS auf dem Bildschirm verzichtet im Gegensatz zur WB650 auf eine Straßenkarte. Auf dem Touchsreen zeigt ein GPS-Symbol in drei Farben den GPS-Zustand. Rot bedeutet keinen Empfang oder keine Position gefunden, gelb zeigt den Verlust des Satellitensignals an und das die letzte bekannte Koordinate das "Verfallsdatum" überschritten hat. Als Indoor-Funktion kann man per Menü einstellen, wie lange eine GPS-Position gelten soll. Bei Grün berechnet das GPS-Modul aktuelle Positionen. Zusätzlich wird der aktuelle Ortsname - falls vorhanden - auf dem Bildschirm angezeigt. Die Längen- und Breitengrade zeigt die ST1000 hingegen nicht an. Bei den gespeicherten Informationen in der Bilddatei verhält es sich umgekehrt. Die Längen- und Breitengrade werden standardkonform im EXIF-Header der Bilddatei abgelegt, der Ortsname wir jedoch nicht ins passende IPTC-Feld geschrieben.
Die ST1000 hat zusätzlich mit Modulen zur drahtlosen Datenübertragung. Per Bluetooth überträgt die Kamera Fotos auf Computerfestplatten oder Handyspeicher und über WLAN schickt sie die Bilder direkt ins Internet. Dafür fallen die fotografischen Tests etwas schwächer aus. Die Zielgruppe ist somit eher im Multimedia-Social-Networking-Bereich angesiedelt, die weniger auf die fotografische Güte, als auf den Spaßfaktor und Gadgets wie den Touchscreen achtet.
d) Panasonic Lumix TZ10: Noch ein Urlauber
Als Schmankerl hat die TZ10 eine POI-Datenbank integriert. Passend zu den GPS-Koordinaten werden der Namen des Landes, der nächstgelegenen Stadt und von über 500.000 Sehenswürdigkeiten eingeblendet. Leider werden die Ortsnamen oder die nächstgelegene Sehenswürdigkeit nicht Standardkonform im IPTC.-Header der Bilddatei gespeichert. Das einzig uns bekannte Programm das die Ortsbegriffe aus der Bilddatei zu fischen vermag ist der PanaSoft "PHOTOfunSTUDIO 5.1 HD Edition". Das ist aber nicht weiter tragisch. So lassen sich mit Geosetter automatisch Ortsbegriffe in die IPTC-Felder eintragen. Die meisten Tests bewerten die Bildqualität und fotografischen Leistungen der TZ10 als etwas besser im Vergleich zu den Konkurrentinnen. d) Sony HX5V: Die Richtung immer im Blick - dank GPS und Kompass!
Um Strom zu sparen schält sich die Kamera nach einigen Minuten ohne Nutzung ab. Beim Neustart der Kamera muss man eben kurz auf den neuen GPS-Empfang warten. Bis die neue Position wurde, wird die letzte bekannte Position vor dem Ausschalten weiter verwendet. Also eine Direktstart- und Indoor-Funktion wie man Sie sonst nur bei den Geotaggern von Dawntech für Nikon DSLR kennt. Eine optimale Funktion auch bei Familienfesten. Anstatt jedes mal, wen die Kamera gebraucht wird, hinaus zu gehen muss man nur darauf achten, am Anfang des Abends einmal die Position zu bestimmen. Ab da kann man drinnen einfach weiter knipsen. Aufpassen muss man nur, dass man nach einem Ortswechsel auch immer auf das GPS wartet. Sonst landen die Bilder eben am alten Ort.
Apropos Stromverbrauch. Nach sporadischem Einsatz an mehreren Tagen und ca. 200 Bildern war der Akku noch nicht leer. Für eine Kompaktkamera mit GPS-on-Board sicherlich eine gute Leistung. Bei unseren bisherigen Spaziergängen mit der Sony war die Güte des GPS-Empfangs durchweg zufriedenstellend und die Startzeiten kurz. Allerdings lohnt es sich ein wenig zu warten, bis die GPS-Positionierung eingependelt ist. Bei ungünstigem Empfang, liegt man sonst, kurz nach der Aktivierung bei schon mal 30m daneben. Mit der neuen Kompassfunktion lässt sich auch die Himmelsrichtung bestimmen, in die Kamera und Fotograf während der Aufnahme geblickt haben. Eine Funktion die sonst nur mit einer Kombination aus Nikon-DSLR und Solmeta Geotagger oder mit der Ricoh 500SE und dem GPS-Kompass-Modul möglich war. Zu unserer Verblüffung: Der Kompass scheint uns genauer zu sein als der von Solmeta. Und das schöne ist. Auch der Kalibriervorgang ist angenehm unkompliziert. Blick auf ein Waldstück aus der Ferne (Darstellung der Blickrichtung auf einer OpenStreeetmap-Karte mit dem geosetter):
Blick auf das selbe Waldstück aus der Nähe und etwas gezoomt:
Fazit 1: Wer ist nun der Favorit fürs Geotagging?Das wichtigste Kriterium in unserem Vergleichstest ist sollen die Geotagging-Funktionen sein. Wer sich gerne mal in einer Stadt verirrt und die Kamera gerne als Orientierung verwenden möchte, der ist sicherlich am besten mit der WB650 von Samsung bedient. Nur sie zeigt einem auf einer Straßenkarte, wo man sich gerade befindet. Wie gut die Karten jedoch an Ihrem Reiseziel sind, ist unklar. Ein Outdoor-GPS mit passenden (topografischen) Karten zum Wandern, Mountainbiken, etc ersetzt die Kamera aber sicher nicht. Dennoch hat beim reinen Geotagging die Sony HX5V die Nase vorne. Zum einen wegen der durchdachten GPS-Funktionen wie Direktstart- und Indoor-Funktion, aber auch ganz speziell wegen der in der Klasse einmaligen Speicherung der Blickrichtung per Kompass. Wer eine Karte möchte muss diese eben wie bisher gewohnt getrennt mitführen. Hat dafür aber auch die freie Wahl des Kartenmediums. Zu unserem ausführlichen Test geht es hier. Die Samsung ST1000 hat sicher ihre Berechtigung unter den Multimedia-Neztwerkern, die schnell und einfach Bilder in Foto-Communities hochladen möchten. Bezüglich Geotagging verhält die sich ähnlich wie die Panasonic Lunix TZ10, die sicherlich fotografisch besser überzeugt. Die Nikon P6000 wurde bezüglich Geotagging klar von allen anderem im Feld überholt.
Fazit 2: Und wer ist der Favorit aus fotografischer Sicht?Hier wird es richtig schwierig und mangels passender Test-Ausrüstung und Know-How können wir hier keinen objektiven Test abliefern. Ließt man jedoch die Testberichte der Foto-Fachpresse aufmerksam, so entdeckt man aus unserer Sicht eines zwischen den Zeilen: Die fotografischen Eigenschaften und die Bildqualität liegen bei diesen Kameras recht eng beieinander. Je nach Gewichtung schaffen es die Samsung WB650, die Sony HX5V und die Panasonic Lumix TZ10 an höher in der Rangliste. Dies äußert sich unter anderem auch in Tipps wie: "Wer auf GPS-Verzichten kann ist mit der TZ8 fast ähnlich gut bedient, wie mit der TZ10. Im wesentlichen fehlt das Geotagging. Nur die ST1000 scheint etwas abgeschlagen. Wir finden, dass die Kameras alle für Schnappschüsse und normale Urlaubsbilder ausreichen. Und wer "richtig" Fotografieren möchte kommt an einer Spiegelreflex-Lösung eh nicht vorbei ... Weitere Artikel zum Thema Geotagging-Kompaktkameras ... |